Renate EderScheinehen in Deutschland - wieviele gibt es tatsächlich und was lassen die ausländischen Partner dafür springen? Wenn schwierige Themen anstehen oder knifflige Fragen gestellt werden müssen, finde ich meinen Beruf besonders spannend - egal, ob der Vater gesucht wird, Asylbewerber im Bunker leben, Araberinnen über ihren Alltag in Deutschland reden, oder es gilt, die Torturen einer Zwangsehe aufzudecken. Wie alles anfing Wie alles anfing...
Als
ich das erste Mal in einem Hörfunkstudio stand, wußte ich sofort, dass ich
meinen Traumberuf gefunden hatte. Noch während des Studiums (Anglistik und
Geschichte) hospitierte ich beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Seit
meinem Magisterabschluss arbeite ich als freie Journalistin unter anderem
für: Eltern for Family, SZ-Magazin, Die Zeit, der SWR und verschiedene andere
ARD-Sender. Menschen
und ihre Geschichten haben mich immer am meisten interessiert. Besonders
auf Frauen, Kinder und Ausländer richtet sich seit Jahren mein beruflicher
Fokus. Ich spreche mit den verschiedensten Menschen, versuche ihren Blick
auf die Welt zu verstehen und diesen dann zu vermitteln. Anna Rosmus,
das "schreckliche Mädchen", habe ich zum Beispiel gefragt, womit
sie sich heute, fünfzehn Jahre nach ihrer "Flucht" aus Passau,
beschäftigt und was sie jetzt über ihren Kampf gegen die ewig Gestrigen
denkt. Jugendliche habe ich gesprochen, um herauszufinden, wie sie ihre
Pubertät erleben, und mit Eltern bin ich ins Gespräch gekommen, um ihre
Sichtweise zu erfahren. Meine letzte Gesprächspartnerin war Ayse, eine
zwangsverheiratete Türkin, die mir in langen Stunden ihr erschütterndes
Leben erzählt hat. BuchprojekteAyşe
"Mich hat keiner gefragt – Zur Ehe
gezwungen, eine Türkin in Deutschland erzählt"
"Ihr
versteht mich einfach nicht. Kinder durch die Pubertät
begleiten" "Liebe,
Lust & Frust", "Beruf
- die Qual der Wahl", Beide Bücher sind inzwischen leider vergriffen. LobZum Buch: Ayse "Mich hat keiner gefragt"Ab September 2005 stand das Buch sechs Wochen lang auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Pressestimmen: "Das Buch spiegelt eindrucksvoll das Elend Tausender von "Importbräuten"
wider." "Ayse schilderte ihre Erlebnisse das erste Mal einer Fremden. Die
Journalistin Renate Eder hakte nach und konnte kaum glauben, was ihr zu
Ohren kam. Über Monate hinweg traf sie sich mehrmals pro Woche mit
Ayse zu stundenlangen Interviews. Das Projekt ähnelte einer Autofahrt
entlang einer Steilküste mit überraschenden Einsichten, riskanten
Fahrmanövern und Blicken in tiefe Abgründe. "Ihre Schilderungen des Lebens einer unterdrückten Frau mitten
in Westeuropa ist aufrüttelnd, geht unter die Haut. Kein Buch für
Visionäre des Multikulturalismus - aber ein Buch, das Wirklichkeit
vermittelt: Realität, die sich zunehmend auch in unseren Städten
ausbreitet" "Das Erschütternde an Einwandererschicksalen wie diesem ist
wohl, dass sie sich in Parallelwelten mitten im Rechtsstaat Deutschland
abspielen. Das Protokoll Ayses wirft einen in ein beunruhigend fremdes
System patriarchalischer Werte und Normen, das bestimmt ist von der Ehre
des Mannes, der sexuellen Reinheit der Frau und der Allmacht des Familienclans." "In dem Buch steckt ein immenser Mut, denn Ayse ist eine der ersten
Frauen aus dem arabisch-orientalischen Kulturkreis, die das Tabu brechen
und öffentlich über die Tortur der Zwangsehe sprechen. Dass
Ayse sich ihre Last von der Seele geredet hat und ihr Schicksal nun Staub
aufwirbelt, kann sie das Leben kosten. Um sie vor der Rache ihrer Familie
zu schützen, wurden Namen und Daten im Buch geändert. Und doch
bleibt die Lebensgeschichte schockierend authentisch." "Dass eine Autobiographie nicht von den Betroffenen selbst verfasst
worden ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, wenn der Protokollant oder
die Protokollantin - wie Renate Eder im Fall Ayses - weitgehend von eigenen
Interpretationen zurückzutreten vermag." Zum Buch: "Ihr versteht mich einfach nicht. Kinder durch die Pubertät begleiten" "Die erfahrene Journalistin und Buchautorin ist selbst "pubertätserfahrene"
Mutter und hat den ultimativen Ratgeber für Eltern und Kinder geschrieben" "Die Autorin geht dem Phänomen Pubertät auf den Grund
und erläutert, warum das seelische Chaos sich bei Mädchen so
grundlegend anders darstellt als bei Jungen. Sie beleuchtet alles, was
für Jugendlichen nun sehr wichtig wird - die Clique, das Aussehen,
die Sexualität, die erste Liebe - und was nicht mehr ganz so wichtig
ist - die Schule, die Eltern. "Bei seinen Grenzerfahrungen auf dem Weg zur eigenen Identität,
so die Kernbotschaft von Renate Eder, braucht Ihr heranwachsendes Kind
trotz aller Abgrenzung Ihr Verständnis, Ihre Hilfe und einfühlsame
Begleitung: und sie zeigt Ihnen, wie das gelingen kann." "Eder umreißt die Eckpunkte und Gefahren des jugendlichen
Lebens und stellt jeweils ans Ende eines Abschittes praktische Tipps zum
richtigen Verhalten der Eltern. In den Rubriken "Ach, Sophie",
"Ach, Moritz", "Ach, Mama" stellt sie anhand beispielhafter
Episoden typische Alltagsprobleme dar, die die Pubertät mit sich
bringt." "Auf der einen Seite wollen die Jugendlichen mit geballter Kraft
ihre Freiheit finden, auf der anderen Seite stehen Ablösungsängste
der Eltern. Bevor diese Auseinandersetzungen tiefe Wunden reißen,
die oftmals nicht mehr zu kitten sind, sollten geplagte Eltern zu diesem
klugen Buch greifen, das kein Thema auslässt, das die Jugendlichen
einem so vor die Nase halten, und das mit vielen Original-Aussagen von
Jugendlichen zur Konfliktlösung anleitet." eder@journalistenbuero-muenchen.de
|
Foto: Bärbel Mießner |