Christine Wolfrum, Karin Hertzer

Hauptsache gesund!
Das Frauenbuch für Körper und Seele
Naturheilkunde, Schulmedizin, Selbsthilfe

"Hauptsache gesund!" heißt das Buch, das ich zusammen mit Karin Hertzer geschrieben habe. Das sehr schön gestaltete Hardcover-Buch hat 256 Seiten, es enthält viele farbige Abbildungen und ist beim Mosaik Verlag erschienen. Wir gehen ausführlich auf folgende neun Themen ein:

1. Der weibliche Zyklus
2. Rund um die Fruchtbarkeit
3. Die Brüste
4. Gebärmutter und Eierstöcke
5. Liebe und Sexualität
6. Schwangerschaft
7. Geburt und Wochenbett
8. Wechseljahre - Wandeljahre
9. Sehnsucht - Sucht

Jedem Kapitel haben wir eine kulturhistorische Einführung voran gestellt, um anzudeuten, wie unterschiedlich die Menschen im Laufe der Jahrhunderte mit den einzelnen Themen umgegangen sind.

Auszug aus "Hauptsache gesund!":

Magische Momente - ekstatische Höhepunkte

Jedesmal beginnt sie anders, die Liebe - mal mit einem scheuen Blick, mal mit einem heftigen Zusammenprall. Manchmal funkt es sofort, manchmal dauert es aber auch Monate oder Jahre, bis sich zwei Menschen ihre Gefühle eingestehen. Doch irgendwann kommt dann dieser magische Moment, in dem die Welt plötzlich ganz anders aussieht. Das Herz klopft etwas schneller als sonst, im Bauch kribbelt es angenehm, die Knie werden schwach und wir glauben, im siebten Himmel zu schweben. In der ersten Verliebtheit wollen wir jede freie Minute mit unserem Liebsten oder unserer Liebsten verbringen, wir sehnen uns nach inniger Nähe, streicheln, küssen und liebkosen einander, erleben sinnliche Stunden und ekstatische Höhepunkte. Und wenn wir Glück haben, entwickelt sich aus den ersten stürmischen Gefühlen im Laufe der Jahre eine tiefe und erfüllte Liebe, die den Alltag verschönert und dem Leben immer wieder einen neuen Kick gibt.

Die Perle der Lust entdecken

Junge Mädchen wissen wesentlich weniger über ihre Klitoris als Jungen über ihren Penis. Das mag einen nahe liegenden Grund haben, weil sich der Penis in voller Größe zeigt, von der Klitoris jedoch nur ein kleiner Teil zu sehen ist. Da es aber auch in der wissenschaftlichen Literatur nur selten um die Klitoris geht, liegt die Vermutung nahe, dass sich vor allem die vielen männlichen Forscher weniger für die weibliche Sexualität interessieren als für die eigene. Fakt ist: Die Klitoris und der Penis entsprechen einander zumindest im Embryonalstadium, denn beide Organe sind aus einem bis dahin undifferenzierten Geschlechtshügel entstanden. In der ausgewachsenen Form gibt es jedoch wesentliche Unterschiede. Mädchen und Frauen können ihre eigene Klitorisspitze, die auch Glans, Kitzler, Krone oder Perle genannt wird, nur mit Hilfe eines Spiegels betrachten: Sie befindet sich unter einer mehr oder weniger großen Haube (Kapitell, Köpfchen, Kapuze) - dort, wo die inneren Schamlippen vorn zusammenkommen. In der Perle enden viele Nerven, deshalb ist sie äußerst sensibel. Einige Frauen mögen es besonders gern, wenn die Perle mit dem Finger, dem Penis, einem Dildo oder einem warmen Wasserstrahl stimuliert wird. Andere sind an dieser Stelle so empfindlich, dass sie eine direkte Berührung als schmerzhaft empfinden.

Die Klitoris: Viel größer als bislang angenommen

Lange Zeit wusste man gar nicht, dass zur Klitoris noch viel mehr gehört als nur der äußere sichtbare Teil: Erst 1998 entdeckte die Urologin Helen O'Connell von der australischen Universität Melbourne, dass die Klitoris viel größer ist als bislang angenommen: Der innen liegende Teil besteht aus einem etwa drei Zentimeter langen Schaft und zwei Ausläufern, die entlang der äußeren Schamlippen nach unten und innen verlaufen und etwa neun Zentimeter tief lang sind. Die innen liegenden Teile der Klitoris lassen sich zwar nicht ertasten, wahrscheinlich können sie aber von der Innenseite der Scheide stimuliert werden. In der gesamten Klitoris sind etwa 8000 Nervenfasern gebündelt, das sind doppelt so viele wie im Penis. Die Nerven stehen im engen Kontakt mit den 15.000 Nervenfasern, die den unteren Beckenraum versorgen.
Bei Erregung doppelt so groß
Wenn die Klitoris sexuell stimuliert wird, sammelt sich das Blut im Schaft. Dadurch vergrößert sich die Klitoris auf das Doppelte, und mit ihr wächst auch die Perle. Sie schwillt an, wird aber - im Gegensatz zum Penis - nicht steif, weil das Blut wieder abfließen kann. Kurz vor dem Orgasmus zieht sich die Perle etwas zurück und wird wieder kleiner. Einige Frauen mögen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr direkt an der Perle stimuliert werden - sie brauchen einige Zeit, bis sich alles wieder etwas beruhigt hat. Bis heute ist die Klitoris noch nicht besonders gut erforscht. Doch man weiß, dass sie das einzige Organ ist, das allein der sexuellen Lust dient. Aber Vorsicht: Die Klitoris ist launisch - sie lässt sich zwar schnell erregen, verweigert sich aber ebenso schnell wieder, wenn sie sich gedrängt, verschreckt oder belästigt fühlt.