Ich werde niemand zu Füßen liegenWer seine Ideale verwirklichen will, sollte früh damit anfangen und sich durch nichts davon abhalten lassen. "Ich kann dir nicht ständig zu Füßen liegen", an diese Maxime des jungen Malers Max Beckmann hielten sich auch die in diesem Buch vorgestellten Künstlerinnen. Sie haben an die eigene Begabung geglaubt, Konventionen über Bord geworfen und Beziehungskisten auf später vertagt. Ein bißchen frech waren sie alle, schön selbstverständlich auch, aber entscheidend war ihr Wille, was aus ihren jeweiligen Talenten zu machen. Die neunzehnjährige Elisabet Ney rüttelte bereits 1852 an den Toren der Münchner Kunstakademie, bis dahin eine reine Männerdomäne. Gabriele Münter ging nach dem Besuch einer Malschule und gerade volljährig 1898 erst einmal auf eine zweijährige USA-Reise. Ihre Malkollegin Leonora Carrington drehte ihrer feinen englischen Familie mit neunzehn den Rücken, um im surrealistischen Pariser Umfeld zu studieren. Eine andere Tochter aus gutem Haus, Melina Mercouri, stand mit zehn auf der Bühne und wollte von da an den Applaus des Publikums nicht mehr missen. Später nützte sie ihre große Popularität als Schauspielerin, um als politische Gegenspielerin der griechischen Junta anzutreten. Ingeborg Bachmann wußte mit achtzehn, daß sie eine große Dichterin werden würde, exakt im gleichen Alter übrigens wie ihre russische Kollegin Anna Achmatowa. Die Französin Lili Boulanger überzeugte bereits als Sechzehnjährige mit ihrer Kompositionsbegabung und zwanzig Jahre später hatte die gleichaltrige Edith Piaf nur ein Ziel: Weg von dem Tingeltangel auf der Straße und rauf auf eine der großen Pariser Bühnen. Männer haben dann doch irgendwann eine Rolle gespielt. Nicht irgendwelche Männer natürlich, sondern Künstlerkollegen wie Max Ernst und Kandinsky, Modigliani, Paul Celan, Jules Dassin oder Yves Montand. Selbst dem alten Frauenfeind Schopenhauer wurde es bei so viel weiblichem Talent weich ums Herz, was ihm dadurch ebenfalls einen Auftritt in diesem Buch beschert. Aus dem Inhalt:
Auszüge aus einer Kritik der ZEIT vom 09.12.1999: "...Voller Respekt sind diese Kurzbiografien
geschrieben, nachfühlend und doch so zurückhaltend interpretierend,
dass auch Jugendliche genügend Platz finden, um zwischen den Zeilen
zu lesen... "Gut recherchiert und spannend. Großes
Einfühlungsvermögen." "Rebellion pur, unverblümt, schamlos, realistisch,
zugleich fesselnd und lehrreich noch dazu." "Sorgfältig recherchieren die Autorinnen politische
Zusammenhänge, machen kulturgeschichtliche Hintergründe deutlich
und beleuchten Mensch und Zeit gleichermaßen." |
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